Sprachkauderwelsch

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Die Landpartie: Sprachkauderwelsch

Sprachkauderwelsch

von: Silke Korbl am: 14.09.2016

Als Reiseleiter sind wir während der Saison ständig unterwegs. Am Morgen noch in Kopenhagen im Königreich Dänemark nach einer schönen Radtour durch die Dänische Südsee, empfängt man am Mittag die Gäste der nächsten Reisegruppe am Flughafen in Stockholm zur Veloreise Sommerparadies Schweden.

Der Wechsel der Länder heißt gleichzeitig eine andere Sprache. Glücklicherweise haben viele die gleichen Wurzeln. So klingt „Danke“ in beiden Sprachen mit „Tack“ und „Tak“ gleich. Bei „vielen Dank“ hört sich das schon anders an: „mange tak“ im Dänischen und „tack så mycket“ im Schwedischen. Da kann einem schon mal im Eifer des Gefechts das Falsche herausrutschen.
Gut, dass die beiden skandinavischen Nachbarn nicht mehr wie früher Erzfeinde sind. Vor einigen hundert Jahren, als die Grenzen zwischen Dänemark und Schweden hart umkämpft waren, hätte das sonst übel ausgehen können. Trotzdem wird man vielleicht von einem Einheimischen einen verwunderten Blick ernten.

Ähnlich sieht es im romanischen Sprachraum aus. Eben noch hieß „Danke“ auf der Wanderreise Madeira auf Portugiesisch „obrigado“, nun muss ich am Start der Radreise Istrien auf das italienische „grazie“ umsteigen. Und schon ab Tag zwei geht es weiter im slawischen Sprachraum. Hier verhält es sich wie in Skandinavien, dass sich einige Worte ähneln. „Danke“ heißt auf Slowenisch und Kroatisch „Hvala“, allerdings wird es etwas unterschiedlich ausgesprochen. Bei 'Prost' sieht das schon wieder anders aus. Das slowenische „Na ztravje“ erinnert eher an das Russische als an das Nachbarland Kroatien, das mit „Živjeli“ anstößt.

Da lobe ich mir doch Ungarn, durch das wir auf der Radreise Neusiedler See kommen. Dies hat seine eigenen Sprachwurzeln und ist in Europa nur mit dem Finnischen verwandt. Die Worte sind teilweise unaussprechbar lang. Selbst der Magyar kürzt „Viszontlátásra!“ (= Auf Wiedersehen) gerne als „Viszlat“ ab. Er freut sich natürlich, wie auch die anderen Länder, wenn man versucht, sich ein paar Worte seiner Sprache anzueignen. Im Ungarischen ist es allerdings nicht nur schwer, alle Buchstaben korrekt aneinanderzureihen, auch auf die richtige Aussprache kommt es noch an. Wenn ein Einheimischer beim Zuprosten amüsiert lächelt, könnte man mit „Egészségedre!“ evtl. nicht auf die Gesundheit, sondern auf den Allerwertesten angestoßen haben …

Mit Humor und Gelassenheit und zur Not auch einmal mit Zeichensprache kommt man durch jedes Land. Ein paar der wichtigsten Worte der Landessprache sind allerdings nie verkehrt. Und keine Sorge wegen der Aussprache. Meiner Erfahrung nach freut sich jeder über den Versuch sich zu verständigen, auch wenn es mal nicht korrekt sein sollte. Manchmal öffnet sich so nicht nur eine Türe, sondern ist auch der Beginn einer unvergesslichen Begegnung.

In diesem Sinne eine gute Reise in den verschiedenen Ländern und hejdå, farvel, nasvidenje, doviđenja, viszontlátásra, arrivederci, adeus, totsiens, Servus und auf Wiedersehen!

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