Reisebericht aus England: Gut für den Teint

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Die Landpartie: Reisebericht aus England: Gut für den Teint

Reisebericht aus England: Gut für den Teint

von: Tobias Löser am: 20.06.2011

„Der Winter war so kalt wie noch nie und die Monate März, April und Mai die trockensten aller Zeiten hier in Südengland!" Das erzählte uns jeder auf unsrer Radreise in Südengland, ob Passanten, Elisabeth Walker oder unser Fremdenführer in der Kathedrale von Salisbury. Der sonst feingeschnittene und saftig leuchtende Englische Rasen glich unserem Fußballplatz in Marburg und einstige Flüsse hatten sich in kleine Rinnsale verwandelt... Doch die bezaubernden Gärten wie z.B. Sissinghurst hatten durch Wärme und Sonne bereits die Pracht des Julis erreichen können und lockten uns mit ihren üppig blühenden Rosen an.

An unserem Radeltag von Salisbury durch den New Forrest sollten nun sämtliche Trockenmonate ausgeglichen werden. Ein Vorhang von dicken Tropfen legte sich ohne Pause über die sanft geschwungene Hügellandschaft und brachte Ruhe und eine nachdenkliche Stimmung mit sich. Es schien als seien ausschließlich wir auf unseren Rädern unterwegs, nur selten huschten Engländer über die Straßen um ihren Erledigungen nachzugehen. Nach zweistündiger Fahrt waren wir zu großen Teilen durchtränkt vom Regen und sehnten uns nach Wärme und Trockenheit. Zum Glück hatte Angela bereits einen Pubbesitzer überzeugen können uns in seinen Pub aufzunehmen.

So traten wir nun von der grau-nassen Unwirklichkeit in einen Ort von Ruhe und Wärme ein. Männer tranken genüsslich ihr sonntägliches Mittagsbier, Holzscheide loderten im Kamin, die Hauskatze lag gemütlich auf dem Bartresen und blickte gelassen auf die nassen Gestalten, die in den Pub hineinstolperten. Nach wärmenden Tee und frisch von Angela zubereiteten Sandwichs genossen wir diesen unüblichen Picknickstopp in vollen Zügen.

Als es wieder auf die Räder gehen sollte, wollten nur noch sieben Gäste in diese Unwirklichkeit hinaus. Leider war das einzige Taxi in der Umgebung gerade auf dem Weg zum Flughafen und unser Bus hatte nicht genügend Plätze frei. In diesem Moment bot sich der Pubbesitzer an, einige unserer Gäste zum Hotel in Lyndhurst zu fahren. „Als Teil des interkulturellen Austausches", wie er es nannte.

Währenddessen also einige Gäste schon ihre heiße Badewanne genossen, strampelten sich acht Radler wacker gegen den waagerechten Regen. Selbst die sonst keineswegs scheuen New Forrest Ponys waren weit und breit nicht zu sehen. Wahrscheinlich beobachteten sie uns im Schutze von Bäumen und Sträuchern.

Vollkommen durchnässt und glücklich erreichten wir unser Hotel. Als Belohnung hatte ich schon meinen Tallisker Whisky von Angela bereitstellen lassen. Zwar hatte ich Ihn für gemütliche Winterabende in Marburg gekauft, doch wann, wenn nicht jetzt war die Zeit für diesen Whisky gekommen! Wir stießen auf einen unvergesslichen Tag an und waren stolz auf diese bestandene Herausforderung. Als zusätzliche Belohnung wurde unser letzter Tag auf der Isle of Wight von viel Wärme und Sonne gekrönt. Im Garten der Apple Tree Farm lachten wir über das Erlebte und witzelten über die möglichen positiven Effekte eines solchen Regentages. Schließlich hat die Queen für ihr Alter noch unglaublich tolle Haut, was nur vom Englischen Wetter kommen kann!

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